Folge 77 – Expose to the right!

Der Fotograf: Thomas Kuhn

Buchtipp: Kreative Fotopraxis – Bewusst sehen, außergewöhnlich fotografieren

Beispielbilder

34 Gedanken zu „Folge 77 – Expose to the right!“

  1. Nach meinem Wissen macht 12bit RAW 4096 (2 hoch 12) Abstufungen, nicht 4032. Im Film heißt auch einmal, dass 2048 (also die Hälfte) auf den hellen Bereich entfallen. Diese 12 Bit gelten jeweils pro Farbkanal und nicht zusammen. 4 Bit würden ja nur 2 hoch 4, also 16 Abstufungen pro Kanal ermöglichen.
    Dass die Helligkeitsstufen asymetrisch auf Hell und Dunkel verteilt sind wusste ich bisher noch nicht, genausowenig, dass das Diagramm der Kamera die JPG-Verteilung zeigt. Interressant! Ich neige bisher eher zu leichter Unterbelichtung und werde das noch einmal überdenken.
    Auch bei ungleicher Verteilung der Messwerte auf die verschiedenen Belichtungsstufen zeigt sich allerdings die Überlegenheit von RAW. JPG hat insgesamt 256 Stufen über die gesamten Belichtungsstufen hinweg, während RAW selbst bei den im Film angenommenen 128 Abstufungen im Schwarz-Bereich allein diesem (kleinen) Bereich bereits mit der Hälfte der aller möglichen JPG-Abstufungen speichert.

    1. Drüben bei YouTube haben die Zuschauer auch schon gemerkt, dass ich da gewissen Blödsinn erzählt habe. Natürlich sind es 12 bit pro Kanal bei 4096 Abstufungen. Mea Culpa.

  2. Nun, die Zahlen sind zwar tatsächlich falsch, aber mal davon abgesehen habe ich viel gelernt in dieser Folge. Beispielsweise die logarithmische Abbildung von Helligkeitsstufen war mir neu, erklärt einige Erfahrung und wird in Zukunft von mir mehr verdiente Beachtung finden. Also nicht unterkriegen lassen, die Zahlen sind ja nicht ganz so wichtig, und wie andere schon bemerkt haben, das vorgestellte Verfahren funktioniert trotzdem. War trotz Panne eine sehr lehrreiche Folge 🙂

  3. Ja, die Zahlen waren vielleicht nicht ganz korrekt. Das finde ich aber nicht so dramatisch denn ich kenne keine Kamera oder Scanner, der den vollen Umfang von 2 hoch x dann auch wirklich voll ausnützten würde. Wenn man die tatsächlich verwendeten Farben zählen lässt, stellt man fest, dass nur ein verhältnismäßig kleiner Teil des theoretisch möglichen Umfanges auch tatsächlich verwendet wird.

    Was mich viel mehr interessieren würde, ist das Verfahren an sich. Ich finde, dass durch das Überbelichten von über einer Blende doch einiges im Weiß absäuft. Auch bei „korrekter“ Belichtung sind in dem Bild großflächige Bereiche nahezu weiß (siehe Beilspielbild). Mit der Überbelichtung wird der Effekt noch verstärkt und kann, da die Kanäle schon bei 255 waren, auch nicht mehr zurückgenommen werden (siehe die 2 Beispielbilder). Auch wenn man den Effekt als Stilmittel einsetzen kann, empfinde ich es in diesem Fall als Betrachter als störend, da die Fläche sehr groß und ohne jegliche Zeichnung ist und mein Auge dort direkt „gefangen“ war.

    Wäre da eine HDR Aufnahme nicht besser geeignet, sodass man bei vorsichtiger Komposition den Effekt besser steuern kann?

  4. Ich habe den ganzen Binärquatsch mal gelernt, auch wie man damit
    subtrahiert und dividiert. Ist ehrlich gesagt durch meinen Kopf gegangen
    und mir ist der Versprecher nicht mal aufgefallen, weil ich die ganze Zeit
    auf die Kerninformation gewartet habe und die war mal richtig informativ.
    Das mit der ungleichmäßigen Verteilung habe ich auch nicht gewusst. Ich
    neige auch eher dazu die Bilder dunkler aufzunehmen. Danke für das
    Wissen. Da werde ich doch mein Fotografierverhalten diesbezüglich etwas
    ändern.

  5. Das Bild sollte ja auch nur als Beispiel dienen, was demonstriert, wie die Abstufungen wirken.
    Ich denke mal das Bild war jetzt nicht die ideale Besetzung für dieses Thema, hat aber ganz gut gezeigt, wie der Trick funktioniert.
    Ich finde es gut zu wissen, wie der Sensor das tatsächlich sieht und so kann man den Sensor, mittels diesen Verfahrens, austricksen,
    Ich fand die Folge sehr hilfreich und Thomas Kuhn bringt das immer mit Ruhe und Gelassenheit rüber.
    Mehr von diesen Tricks!

  6. Naja, dass mit den Zahlen finde ich jetzt nicht so dramatisch.

    Ich hatte bislang immer um 0,3Blenden unterbelichtet, um ein Ausfressen zu verhindern bzw. zu verringern. Dieses werde ich in Zunkunft überdenken.

    Gruß
    Holger

  7. Naja, es kommt doch sehr strak darauf an, was man im Bild hat. Das soll doch sicher nicht die Absicht des Herrn Kuhn gewesen sein zu sagen, Belichten sie immer über! Stelle man sich eine Landschaft mit Himmel vor. Was einmal ausgefressen ist , also komplett weiß, bleibt auch später so. Da kann man nichts mehr retten. Und das sieht einfach schrecklich aus. Hat man eine Szene mit vielen dunklen Bereichen, macht es sehr wohl Sinn. Dann sollte man aber auch darauf achten (wurde im Video auch gesagt), dass die hellen Bereiche keine wichtigen Bildinformationen enthalten (weil sie ja sowieso weiß werden).
    Insgesamt eine sehr sehenswerte Folge, auch der kleine Versprecher stört da nicht. Bitte mehr von Thomas Kuhn 😉

    MfG
    Martin

    1. „Naja, es kommt doch sehr stark darauf an, was man im Bild hat“
      Herr Kuhn hat das mehrmals betohnt: es kommt auf die bildwichtigen Teile an. Der Weg im Hintergrund ist sicher nicht bildwichtig.

  8. Vielen Dank! Eine aufschlussreiche Folge – das habe ich so bisher noch nie gehört. Jetzt wäre noch interessant, inwieweit das Allgemeingültigkeit hat mit der Log-Verteilung bei den Kameras? Wie könnte man das selbst feststellen?

    Lustig, dass die Zahlenpanne selbst „in Post“ nicht auffiel. 🙂

  9. Guten Tag.
    Fotografiere noch nicht allzu lang, aber dennoch sind eure Podcasts immer sehr Aufschlussreich.
    Eine Frage, die sich mir direkt aufdrang war:
    Warum belichtet er mit der Korrektur über? Wieso verlängert er nicht einfach die Verschlusszeit?

    Kann mir vorstellen, dass die Frage eventuell doof ist, aber wie sagt man so schön: Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.
    Möchte ja schließlich etwas dazulernen 😉

    1. Hallo Patrick, wenn Du mit einer Halbautomatik arbeitest, dann wird die Kamera immer versuchen, das gemessene Ergebnis für die Belichtung umzusetzen. Änderst Du ein Parameter, wird er ein anderes korrigieren, um die Belichtung wieder zu erreichen. Du kannst hier über eine Belichtungskorrektur entgegenwirken. Deine Idee mit der Verlängerung der Zeit ist vollkommen richtig und gibt das gleiche Ergebnis, allerdings müsstest Du hierfür in den manuellen Modus gehen.

  10. Hallo zusammen,

    die Folge fand ich sehr informativ, über die logarithmische Abbildung habe ich noch nie nachgedacht.

    Ergänzend zu der Frage von Patrick würde mich interessieren wieso ich nicht in den Manuellen Modus schalte und bei der gleichen Belichtungszeit einfach eine Blendenzahl nach oben gehe bzw. die Blende und Belichtungszeit entsprechend einstelle.

    Sollte ich dann nicht das gleiche Ergebnis erzielen?

    Viele Grüße und Danke
    Marco

    1. Eine Korrektur über die Blende würde einen anderen Bereich der Schärfentiefe ergeben.

      Und Korrektur über die Belichtungszeit… hm. Da dürften die Abstufungen nicht so fein einzustellen sein wie über 1/3 LW in der gezeigten Art.

  11. @cs:
    „Eine Korrektur über die Blende würde einen anderen Bereich der Schärfentiefe ergeben.“

    Das ist so korrekt.

    „Und Korrektur über die Belichtungszeit… hm. Da dürften die Abstufungen nicht so fein einzustellen sein wie über 1/3 LW in der gezeigten Art. “

    Das ist Quatsch. Er ist im Av (bei Nikon nur A) Modus. Er wählt also die Blende vor und lässt sich die Belichtungszeit automatisch von der Kamera bestimmen. Da hat er nur die Wahl, diese automatische gewählte Zeit durch + oder – zu verlängern oder zu verkürzen.
    Das ist aber gerade eine Korrektur der Belichtungszeit.
    Und genauso das gleiche wie eine Korrektur der Belichtungszeit um +1/3 im manuellen Modus.
    Er ist nur eben einem anderen Modus, das ist der Grund.
    Grüße

  12. Sehr gute Folge, ich habe viel gelernt…bzw. es wurde mir wieder klar gemacht.

    Natürlich ist da viel Pixelzählerei dabei. Aber man muss es sich ja nicht merken, lediglich die Zusammenhänge verstehen. Nur wer die Ursache kennt, kann die Wirkung beurteilen, oder ?

    Deshalb…Super!

  13. Vielen Dank.
    Aus meiner Praxis kann ich das Gesagte nur voll bestätigen. Immer mehr Fotografen belichten „nach rechts“. Das vermindert das Rauschen, das ja vor allem in den Tiefen auftritt und führt keinesfalls zu ausgebrannten Lichtern ( wenn man so arbeitet wie im Video gezeigt.)
    Wer sich über „falsche Zahlenwerte“ und das gewählte Motiv auslässt, hat den Sinn des Videos wohl nicht ganz verstanden. Aber: Wer es noch besser kann, bitte bei „Blende 8“ melden.
    Ich fotografiere erfolgreich seit 50 Jahren und finde das Video Klasse !

  14. Der wichtige Trick dabei ist eben so weit nach rechts zu gehen, dass eben nichts ausreißt.
    Das Beispiel war hier etwas schlecht, da von Beginn an schon Teile schon ausgerissen waren.

    Auch aufpassen zumindest bei Canon werden in der Kameravorschau auch sämtliche Picturestyles in dem jpg Preview angewandt. Wer in RAW fotografiert sollte also trotzdem einen neutralen Picturestyle auswählen sonst gibts nachher beim IMport möglicherweise böse Überraschungen.

    1. Das ist die normale Mac Tastatur. Ich hab mir von einem Tischler lediglich die Tischplatte fräsen lassen, damit die Tastatur bündig eingelassen werden kann. Schöneres Schreibfeeling 🙂

  15. Ich verstehs nicht. Zumindest ist es Wiedersprüchlich zu dem, was Paul Kaplun sagt. Er meint, lieber unterbelichten um dann in PS mehr herausholen zu können. Thomas, nun sagst Du aber, belichte besser etwas über.
    Ja was denn nun?

  16. Wow, was für ein toller Tipp! Ich habe das mal ausprobiert, einfach in meinem Wohnzimmer, welches bei Beleuchtung nur durch eine Deckenlampe mit Energiesparlampe relativ dunkel ist. Es gibt gleich mehrere tolle Effekte:

    1. wesentlich geringeres Bildrauschen
    2. vieeel mehr Details in den ganz dunklen Bereichen nach der Korrektur (wie im Video ja auch schon gesagt wurde) Ich finde nur im Video erkennt man den Effekt nicht ganz so gut wie im Liveversuch.

    Ich habe 3 paar Schuhe auf dem Motiv gehabt, bei dem korrigierten Bild erkennt man bei einem paar sogar die Struktur der Einlegesohle darin. Beim automatisch belichteten Bild erkennt man nur schwarz mit ein paar Flecken vom braunen Leder.

    Toller Tipp, ich sage nur noch: Danke 🙂

  17. Ich kann bei meiner Kamera zusätzlich noch eine Tonwertpriorität einschalten, welche (laut traumflieger.de) zu einem „Zeichnungsgewinn von 1 Blendenstufe oberhalb des mittleren Grauwertes“ führt.
    Wie spielt dieses Feature denn in diese Thematik?

    1. @Flock, Sie haben offenbar nicht verstanden um was es geht. Natürlich können Sie in Photoshop oder Lightroom die Belichtung korrigieren, Aber wenn in den dunklen Tonwerten die Auflösung geringer und das Rauschen grösser ist, dann kann auch Photoshop nichts mehr korrigieren.

  18. Hallo,
    irgendwie verstehe ich das noch nicht so ganz mit den Abstufungen und dem gezeigten Diagramm im Video, für mich ist es falsch (die Diagramme). Abgesehen von den Zahlendreher jedoch super Video(s).
    Im Ersten Diagramm, bleiben wir bei den 6 Bereichen und 12 bit (12^2 =4096) hat jeder Bereich (4096/6) 682,6 Abstufungen.
    Im zweiten Diagramm hat man „Die Hälfte aller Tonwerte befinden sich in den helleren Bildbereichen“ (was 2048 sind). Nehmen wir jetzt das erste Diagramm und nehmen die Hälfte der Bereiche (3) und nehmen alle Abstufungen der Bereiche (3*682,6) hat man doch auch 2048 Abstufungen im gleichen Abstand?! Müsste der Abstand nicht konstant bleiben, damit das unterschiedlich wäre und richtig?
    Ich habe das Diagramm wie es für mich logisch und richtig ist mal in eine Dropbox geuppt:
    https://www.dropbox.com/s/3706a94ux6n1ouc/Aufteilung.png?dl=0

    Viele Grüße und kritisch bleiben,
    Ken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *